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Oculus Rift S – Welcome to a new world?

Ich habe es getan, bin mutig gewesen und habe eine der neuen Oculus Rift S Virtual Reality Headsets gekauft. Die Rift S ist der offizielle Nachfolger der Oculus Rift. Facebook nennt es VR 2.0. Mein erstes HMD (Head Mounted Display) war dann auch direkt kaputt gewesen, ein grüner Streifen „zierte“ die VR Erfahrung. Aber dank des super Teams im Saturn Solingen, direkter Austausch und noch ein nettes Gespräch, fachlich kompetent, zu VR.

Was hat sich geändert? Nun ja, benötigte man zuvor noch mindestens die beiden mitgelieferten Tracking Stationen um Bewegungen der Controller und der Brille im Raum zu tracken, hat das Headset nun diverse Kameras integriert, die das jetzt übernehmen. Die Auflösung des Headsets ist besser geworden und vorweg, ja das sieht man auch. Der Anschluss an den PC erfolgt mit dem Rift S Kabel, am Ende einmal USB 3.0 und einmal Displayport. Die beiden Anschlüsse sind Pflicht. 

Tracking. Aber nun zum Tracking der beiden Controller – das funktioniert fantastisch, es sei denn man ist Freund von Bogenspielen, denn geht die Hand einmal näher an das Headsets gibt es hier Tracking-Probleme. Die Hand flattert kurz, sobald sich diese aber wieder im Blickfeld einer der Headset-Kameras befindet ist das Tracking sofort wieder verfügbar. Sehr akkurat und präzise muss man sagen.

Oculus Software. Pflicht für die Nutzung der Rift S ist der Download der Oculus Software. Installiert werde ich am PC Bildschirm durch einige Grundlagen geführt, darauf hingewiesen wie gefährlich VR sein kann, dann kommt schon die Einrichtung am Headset. Die Einrichtung des Sicherheitsgitters, sprich des virtuellen Spielraumes ist sehr schnell durchgeführt. Mit einem der Controller einfach den Spielbereich abfahren.

Sound. Die Rift S kommt werkseitig mit integrierten Stereo Kopfhörern, die kurz über den Ohren am Headset in Richtung Ohr strahlen, die Ohren aber keineswegs bedecken. Vorteil, man ist der realen Umwelt nicht gänzlich isoliert. Der große Nachteil an dieser Art Audio Beschallung ist aber ganz klar, das hier der entsprechende Druck fehlt. Wer satte Bässe sucht, muss eigene Kopfhörer an den, im Headset integrierten, 3.5″ Klinkenanschluss einstöpseln… oder, wie ich es gemacht habe per Bluetooth die Bose Quiet Comfort nutzen. Endlich Druck und guter Sound bei Beatsaber.

Brillenträger. Also ich habe die Oculus Rift damals mit Brille benutzt, alles top. Ich habe die HTC Vive mit Brille benutzt, ebenfalls alles ganz ok gewesen. Bei der Vive musste man nur aufpassen das man nicht mit der Brille die Linsen der Vive zerkratzt, optimal war anders. Nun, bei der Oculus Rift S ist genug Platz für die Brille, ich habe mit der Brille kein wirkliches Komfort-Gaming erreichen können. Druck der Brille oft nicht optimal sprich man merkt die Brille deutlich ins Gesicht gepresst. Jetzt bin ich nur etwas kurzsichtig, hab also bei den ersten Versuchen die Brille dann auch mal abgelassen und musste feststellen, das mit den richtigen Settings ohne Brille ein top Gaming möglich gewesen ist. Was soll ich sagen, ich nutze die Rift S seitdem nur noch ohne Brille. Somit die Frage ob ich die Rift S für Brillenträger empfehlen würde? Sehr eingeschränkt, ggf. kommt es hier auch auf die Form und den Bügel der Brille an – i don`t know.

Allgemeiner Komfort. Oculus sprich Facebook hat hier mit Lenovo zusammen gearbeitet und das Aufziehen und Abziehen des VR Headsets wirklich optimiert. Der schnelle Kopfgurt ist wirklich ein Pluspunkt. Wird das Headset unangenehm schwer? Ja, aber erst nach Stunden VR Erfahrung und mal ehrlich, wieviel VR ist gut für einen? Ich denke nach spätestens 2 Stunden sollte man dann doch mal in die Realität eintauchen.

Oculus Home, die erste Anlaufstelle nach der Ersteinrichtung bietet das gewohnte Umfeld und mein virtuelles zu Hause. Neu ist jetzt, wenn der Oculus Button auf dem Controller gedrückt wird, kann optional das „echte Leben“ eingeblendet werden, sprich man sieht für maximal 15 Sekunden das Umfeld des Raumes – eingefangen von den Rift Außenkameras in schwarz / weiß. Hört sich unspektakulär an, aber ist ein riesiger Mehrwert um mal kurz zu schauen, ob die Kids um einen Herumlaufen oder jemand den Raum betreten hat. Generell sprechen wir hier über viele nützliche Funktionen die dazugekommen sind. Die komplette Oculus Software wirkt modern, nicht überladen aber voller nützlicher Funktionen.

Grafik. Die Grafik ist deutlich besser als auf der Rift, der Nachfolger lässt mich noch tiefer in die VR eintauchen. Text ist besser lesbar, insgesamt das Erlebnis – gerade bei meinem ersten Test unglaublich toll. Google Earth VR, immer noch eines meiner Top VR Erfahrungen. Einfach mal so um die Erde hoppen und dabei über der Erde schweben, hineinzoomen oder per Textsuche von A nach B springen. Beeindruckend, das ist VR. Und ja es sind noch weitere VR Brillen angekündigt von HTC, als auch von Pimax und HP – allesamt mit beeindruckenden technischen Spezifikationen, allerdings auch mit beeindruckenden Preisen. Die Oculus Rift S geht mit knapp 450 EUR über die Ladentheke, angemessen und für mein VR Erlebnis mehr als ausreichend.

Technische PC Spezifikationen. Also mein PC hat aktuell einen AMD Ryzen 2600x, 24 GB DDR 4 RAM 2400 MHz und hostet die Umgebung auf einer schnellen 1 TB M.2 SSD, als Grafikkarte dient mir eine AMD RX580 mit 8 GB Grafikkartenspeicher. Meine Spieleerfahrungen basieren auf einer Bibliothek von aktuell ca. 40 VR Spielen (Steam VR Games und Oculus Store Games). Die Spiele sind teilweise im Bereich von Mid-Range Grafik anzuordnen, teilweise gehen diese aber auch in den Bereich von High-End VR Grafik wie bspw. Robo Recall. Alle Settings setze ich bei Spielbeginn immer auf die höchsten Einstellungen  bspw. auch die Kantenglättung. Habe ich Probleme gehabt, Ruckler oder Grafikmatsch? Nein. Mein System ist 1a geeignet für VR Erlebnisse der feinsten Art.

Beatsaber. Wer es nicht kennt, in dieser VR Erfahrung müsst Ihr im takt der Musik auf Euch zukommende Blöcke mit virtuellen Lichtschwertern in bestimmten Richtungen zerteilen. Hört sich langweilig an, ist aber a) schweißtreibend wie nichts anders und b) durchaus fordernd. Kurz und knapp, macht irrsinnig viel Spaß und hat mich noch dazu verleitet, Custom Songs in Beatsaber zu importieren. Jetzt ist dank Taylor Swift und Mortal Kombat Theme für spaßige Sessions gesorgt. Immer toll, auf dem PC Monitor können alle Personen die nicht in der VR sind alles mitverfolgen, optional kann man auch das Audio zurück auf den PC streamen. Kurzes Feedback – nein das Kabel an der Rift S hat mich bislang nicht gestört bei diesen Ausflügen, aber man muss dazu sagen, dass hier auch Applikationen verwendet worden sind, die nicht massives Roomscale mitbringen.

Steam VR und Rift S? Funktioniert einwandfrei. Der Spielbereich wird sofort als Spielbereich auch unter Steam VR verwendet. Die meisten Spiele laufen einwandtfrei mit den Controllern und es ist auch klar im Steam Store klassifiziert was mit der Rift läuft. Kurz und knapp gesagt, läuft!

Fazit. Empfehlenswert: ja. Preislich attraktiv: ja. VR Feeling: optimal (wer mehr möchte greift zur Quest da fällt das Kabel weg, es müssen aber Abstriche in der Grafik gemacht werden – deutliche Abstriche – wir reden hier von „XBOX 1 Grafik“. Das Kabel der Rift S ist mit 5 Metern sehr gut bemessen und sollte für die meisten Anwender reichen. beim USB 3.0 Anschluss sollte ein dedizierter USB Hub verwendet werden, auch wenn es nur ein dedizierter USB Hub des Mainboards ist. Spannungsprobleme im USB 3.0 Betrieb führen zu Störungen verschiedenster Art. Für alle die das HMD flexibel skalieren möchten, bietet sich die Anschaffung eines USB 3.0 Hubs an.

Background Information: Aktuell bin ich in Wiesbaden bei der European Collaboration Summit. Ich aktualisiere den Blog Beitrag Donnerstag mit Bildern und Videos von meinem Test. Wollte den Beitrag aber schnell rausschiessen, damit ich die #CollabSummit bearbeiten kann und nicht in ein Autorenloch falle.